SD2S Antrieb

Der Spezialist für Hoch­geschwindigkeits­anwendungen

Leistungsfähig, flexibel und kompakt – das ist der Antriebsverstärker SD2S von SIEB & MEYER. Die zur Verfügung stehenden Regelungstechnologien ermöglichen den Antrieb von synchronen und asynchronen Motoren bis zu einer Drehzahl von 480.000 1/min. Ein grundlegendes Augenmerk ist dabei eine möglichst geringe Erwärmung der Motoren zu gewährleisten, da im Speziellen hochdrehende Motoren aufgrund des geringeren Rotorvolumens nur geringe Übertemperaturen zulassen. Im Weiteren stellt eine geringe Motortemperatur die Grundlage für eine hohe Bearbeitungsgüte dar. Je nach Anwendung kann der Betrieb geberlos oder geberbehaftet erfolgen. Für den geberbehafteten Betrieb bietet SD2S die Möglichkeit, die gängigen Gebersysteme auszuwerten. Die Anbindung an die übergeordnete Steuerung erfolgt über analoge Sollwertsignale (+/-10 V), digitale E/As, RS232, USB, CAN bus, Profibus* oder EtherCAT (CoE)**.

*Über SERVOLINK bzw. Anybusadapter.
**CoE = CAN over EtherCAT.

Einfach und robust

Zusätzlich zu den Grundeigenschaften bezüglich der geringen Motorerwärmung, bietet der SD2S für Anwendungen bis zu einer Drehzahl von 120.000 1/min. zwei Antriebsfunktionen, die sich durch eine einfache Parametrierung und einen robusten Betrieb auszeichnen. Für Asynchronmotoren kommt die U/f-PWM-Antriebsfunktion zum Einsatz. Hierbei kann der Anwender mittels U/f-Kennlinie die Motor-Parametrierung mit einer grafischen Unterstützung vornehmen. Die Nutzung der U/f-Kennlinie ist dabei eine, z.B. im Bereich von Schleifanwendungen, etablierte Form der Motorparametrierung, sodass Anwender auf dieser Erfahrung aufbauen können.

 

Im Fall von Synchronmotoren steht die Antriebsfunktion SVC (Sensorless Vector Control) zur Verfügung. Diese baut auf das typischerweise im Motordatenblatt aufgeführte Ersatzschaltbild auf. Die SVC-Antriebsfunktion ermöglicht einen 4-Quadranten-Betrieb von hochdrehenden Synchron-Motoren und -Generatoren, sodass Hochgeschwindigkeitsanwendungen, z.B. Turbogebläse oder Turbinen zur Nutzung von Prozessenergie, mit dem SD2S bedient werden können.

 

Technologiefunktionen für Schleifanwendungen

Multiparametersätze - Die Flexibilität von Schleifmaschinen wird sehr stark dadurch bestimmt, möglichst schnell und einfach unterschiedliche Schleifspindeln zum Einsatz zu bringen. Durch die Möglichkeit im SD2S bis zu 64 Motorparametersätze zu speichern, ist ein variabler Betrieb mit unterschiedlichen Motoren möglich. Die Anwahl der Parametersätze kann dabei über die digitalen Eingänge codiert werden bzw. alternativ über die zur Verfügung stehenden Datenschnittstellen erfolgen.

Anfunkerkennung / Wirklastmelder – Der Wirklastmelder ist eine Standardfunktion, die in allen Geräten der SD2x-Reihe integriert ist. Es handelt sich dabei um eine Funktion zur Zustandsüberwachung des Wirkstromes von Motorspindeln. Diese Funktion generiert eine Meldung, sobald eine vorab eingestellte Motorauslastung überschritten wurde. Die Funktion basiert, im Gegensatz zu Körperschallsensoren, nicht auf akustischen Sensoren, ausgewertet wird der tatsächliche Wirkstrom des Motors. Dadurch wird eine sehr hohe Genauigkeit bei der Detektion von Laständerungen des Motors erzielt. Durch die Belastung, welche bspw. durch den Kontakt zwischen Werkzeug und Werkstück erzeugt wird, steigt der Strom im Motor signifikant an. Dies kann durch den Wirklastmelder detektiert werden. Zusätzliche externe Komponenten werden obsolet.

Der Wirklastmelder kann wie folgt genutzt werden:
- als Indikation für einen Werkzeugbruch
- als führendes System in Abrichtprozessen
- für μ-genaues Detektieren der Berührung zwischen Werkzeug und Werkstück (Anfunken / Antasten)
- als Indikation für einen erforderlichen Werkzeugwechsel aufgrund von Verschleiß
- als Indikation für eine erforderliche Reduzierung des Vorschubs (Steigerung der Produktivität durch Verringerung der Air-cutting-time)
- für einen vollautomatischen Einrichtbetrieb
- als Ersatz für akustische Sensortechnologie (Körperschall)